Lesestoff: Blauer Ozean

Das Buch basiert auf einer wundervollen Metapher: Der klassische Markt wird als roter Ozean bezeichnet. Die Fische (Unternehmen) in diesem Ozean folgen Strategien, die im Militärischen wurzeln und darauf abzielen, die anderen Fische zu zerbeißen. Solange bis sich der Ozean blut-rot färbt, daher roter Ozean. Die Hauptforderung des Buches also ist ein Richtungswechsel, nämlich als Fisch einen neuen Ozean (Markt) zu erschwimmen. Dort, wo noch kein anderer Fisch (Konkurrenz) ist, kann auch kein Blut fließen – der Ozean bleibt blau.

Für den IT-Freelancer in seiner Kerntätigkeit bringt Der Blaue Ozean als Strategie: Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt* wenig Nützliches. Zugespitzt könnte man sagen, er schwimmt ja bereits in einem blauen Ozean: in einem riesigen, sich ständig erweiternden Markt, wo ihm als Spezialist vergleichsweise wenige andere Fische begegnen. Wohl steckt aber in jedem Freiberufler immer auch ein Entrepreneur, der sich ein zweites skalierbares Standbein erarbeiten könnte. Also eines mit einem Geschäftsmodell, welches unternehmerisch ist und dessen Einnahmen nicht durch die eigene Arbeitskraft begrenzt sind.

Das Hauptkonzept des Buches, diesen blauen Ozean nun zu erreichen ist die Nutzeninnovation. Es genügt eben nicht, technische Innovation zu schaffen; gleichzeitig muss der Nutzen für den Verbraucher signifikant erhöht werden. Das Produkt, das den blauen Ozean erobern wird, muss eine radikal neu gedachte Nutzenkurve erfüllen, welche „Strategische Kontur“ genannt wird.

Ein Wermutstropfen bleibt die Fokussierung der Unternehmensbeispiele auf die nicht-europäische Wirtschaftssphäre. Dennoch sind diese ausführlich erläutert und daher leicht nachvollziehbar. Auch liegt der Schwerpunkt auf Großunternehmen – die Konzepte sind jedoch auch für den gründenden IT Freelancer anwendbar.

Die verwendeten Tools zur Eroberung der blauen Ozeane sind leicht verständlich erklärt. Die Gretchenfrage für einen IT Freelancer, ob er das Buch auch noch abgekämpft und erschöpft im einsamen Hotelzimmer lesen kann, kann ich mit Ja beantworten.

Die große Stärke des Buches liegt darin, Denkblockaden einzureißen und neue Denkperspektiven zu eröffnen. Auch meine anfängliche Skepsis gegenüber den akademischen Autoren (A. Chan Kim, Renee Mauborgne) – beides Wissenschaftler und keine Praktiker – ist im Laufe des Buchs völlig gewichen. Daher möchte ich Euch für das Buch (dieses Frühjahr ist eine neue aktualisierte Ausgabe auf den Markt gekommen) eine Leseempfehlung geben: Der Blaue Ozean als Strategie: Wie man neue Märkte schafft, wo es keine Konkurrenz gibt*.

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