SCRUM und Agilität sind weitaus mehr als ein “buzzword” oder ein “Megatrend”

Was macht Unternehmen wie Google oder Apple so erfolgreich und warum scheitert das klassische System “Unternehmen” immer wieder am Prozess?

Die Antwort ist eigentlich ganz leicht: Zum einen sehen Sie die Ressource Mensch nicht als Ressource, sondern als Teil des Ganzen und setzten ihn in den Mittelpunkt der Arbeit und zum anderen sind Sie schnell und anpassungsfähig, ähnlich wie ein Fähnchen im Wind ;-). Genau das haben Jeff Sutherland und Ken Schwaber 1995 auch erkannt und im Scrum Guide unter “Scrum” vorgestellt. Scrum ist ein optimal durchdachtes werteorientiertes Konzept, welches auf Werten, Säulen und Prinzipien beruht und richtig angewendet positiv in die Arbeits- und Organisationsstruktur eingreift. Kurz zusammengefasst ist die Agilität das Arbeitsmodell der Zukunft. Kurzum: Mit Scrum kannst du die Welt zum Besseren verändern!

Das sind die fünf Werte, die du jeden Tag leben solltest, damit Scrum funktionieren kann:

Quelle: scrum.org

Wer das Eisberg-Modell von Sigmund Freud als Psychologe und Weltveränderer kennt weiß, dass die wichtigsten Dinge mit großer Wirkung meist unter der Wasseroberfläche liegen. So ist das auch bei Scrum. Während Methoden und Praktiken sichtbar sind und als Scrum wahrgenommen werden (doing agile), liegt der wahre Kern von Scrum mit Werten und Prinzipien eher unter der Wasseroberfläche (being agile).

Quelle: Thorsten Schiffer

Was macht Scrum nun genau?

  1. Scrum macht die Entwicklung und den Fortschritt eines Produktes oder einer Dienstleistung sichtbar (transparency)
  2. Scrum gibt die Möglichkeit zur ständigen Veränderung und Verbesserung (change, inspect & adapt)
  3. Scrum kreiert über die Zeit automatisch einen höheren Mehrwert (value)
  4. Scrum reduziert über die Zeit automatisch Risiken (risk)

Warum du mit Scrum arbeiten solltest?

Die Pandemie und die digitale Transformation haben gezeigt, dass herkömmliche Arbeitsweisen und nahezu alle Systeme an ihre Grenzen stoßen. Spätestens seither dürfte jedem klar sein, dass wir in einer VUCA bzw. BANI-Welt leben. Das Schaubild verdeutlicht dir die beiden Welten:

Quelle: Stephan Grabmeier

Und warum Scrum?

Innovation und Nachhaltigkeit werden uns in den kommenden Jahren noch stärker begleiten. New Work und die Agilität und somit Scrum fördern neue Sichtweisen, Arbeitsweisen und eine neue Unternehmenskultur. Um als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben, solltest du daher agile Arbeitsweisen nutzen. Scrum ist in der Regel die erste logische Schlussfolgerung, um mit der Agilität zu starten. Ob und wie du Scrum oder eine andere agile Methode für dich nutzen kannst, kann dir die Stacey-Matrix oder das Cynefin-Framework sehr gut beantworten. Solltest du feststellen, dass Scrum nicht mehr ausreicht und du skalieren musst, ist das natürlich auch möglich. Das bedeutet: Wenn Scrum in einem Team gut läuft, könnte sich das Unternehmen in Richtung der Business Agility entwickeln und die ganze Organisation agile Arbeitsweisen annehmen.

Worauf wirkt sich Scrum positiv aus?

  1. Scrum fördert die Selbstorganisation: und Selbstorganisation hat zur Folge, dass wir die bisher gewohnte Vorgehensweise quasi umdrehen. Die Teams treffen Entscheidungen selbst, Führungskräfte schaffen Impediments aus dem Weg und halten dem Team den Rücken frei. Durch die Eigenverantwortung orientieren sich Teams in der Regel “automatisch” früher oder später am Wertstrom. In Scrum gibt es keine Positionen, sondern Rollen. Der Scrum Master unterstützt die selbstorganisierten Teams beispielsweise als Servant Leader, Coach, Facilitator oder Trainer. Was bedeutet das konkret? Schau deinem Team zu, hilf ihm, unterstütze es besser zu werden und leuchte für es den Weg, damit die Organisation besser werden kann.
  2. Scrum fördert Routinen: Durch das Scrum Framework entstehen antrainierte Routinen. Diese geben den Menschen Sicherheit und machen ständige Verbesserung möglich.
  3. Scrum fördert die Kommunikation und vorallem deine Haltung: Es geht nach der xy-Theorie von McGregor davon aus, dass Menschen ein positives Menschenbild haben und mit diesem auch handeln bzw. führen sollten. Mitarbeiter sind in diesem Menschenbild erstmal intrinsisch motiviert. So ist auch mein Verständnis.
  4. Scrum fördert ein “anderes Führungsverständnis” – das sogenannte “Agile Leadership” mit der Psychologischen Sicherheit als Grundlage: Als Leader ist es deine Aufgabe Menschen zu inspirieren, Sie zu aktivieren und zu ermächtigen. Oder kurz: Führung als Dienstleistung für den Mitarbeiter. Scrum arbeitet dabei in crossfunktionalen Teams mit Rollen. Scrum hat keine Titel, nutzt niemals Macht als Führungsmittel und erzeugt eine „Hierarchie auf Augenhöhe”. Aus meiner Sicht der wichtigste Part, damit Scrum gelingen kann.
  5. Scrum fördert lebenslanges Lernen, eine lernende und wachsende Organisation und eine konstruktive Fehlerkultur mit der Frage: Was lehrt uns der Fehler? Es sieht jeden Fehler als Chance zur Veränderung ganz nach dem Motto: “fail early – learn faster”.

Was sind die größten Fehler in Scrum?

Scrum kann scheitern, wenn das Management denkt: “Scrum ist für die operative Ebene – nicht für uns”. Das Management sollte also langfristig in die Scrum-Events mit einbezogen werden. Auch kann Scrum scheitern, wenn du Scrum nicht richtig verstehst und lebst und nicht das Umfeld schaffst, welches dein Team braucht, um erfolgreich zu arbeiten. Scrum ist eigentlich wie ein großes Spiel, was jeder spielen will. 😉 In einem Umfeld, in dem es Angst gibt, wird Scrum gnadenlos scheitern.

Entwicklung von Scrum

Dass Scrum ursprünglich aus der Softwareentwicklung kommt, dürfte bekannt sein. Was jedoch nicht jedem klar ist, dass Scrum sich immer steigender Einsatzmöglichkeiten erfreut.

Quelle: SwissQ Consulting AG

Die folgende Übersicht zeigt, dass nahezu alle Abteilungen eines Unternehmens Scrum entweder bereits eingeführt haben, gerade dabei sind es einzuführen oder für die Zukunft geplant haben es einzuführen. Also: wann nutzt du die Agilität bzw. Scrum um dein Unternehmen zukunftsfähig zu machen?

Fazit: Du solltest verstehen, dass Scrum ein ganzheitlicher werteorientierter Arbeits- und Organisations-Ansatz ist. Als Ziel hat Scrum aus meiner Sicht auch die Gesellschaft und greift u.a. auch auf Soziokratie und Holacracy zurück. Das Spiral Dynamics Modell kannst du wundervoll nutzen, um deine Organisation insgesamt auf das nächste Level zu heben.

Solltest du feststellen, dass Scrum nicht mehr ausreicht, kannst du auch Skalieren. Hier eignen sich besonders folgende agile Frameworks: SAFe®, LeSS, Nexus, Scrum of Scrums,…

Übrigens Scrum eignet sich auch hervorragend für den (Personal)-Vertrieb. Ich selbst habe es jahrelang erprobt. 😉

Übrigens: Es gibt viele Vereine oder Organisationen, die sich mit Scrum und/oder Agilität auseinandersetzen. Einer davon ist der Fachverband Agile Coaching (FAC). In Websessions, einem Podcast oder auch in der Diskussion besprechen wir akute Themen, machen “kollegiale Fallberatung” oder netzwerken einfach. Interesse? Dann schau mal unter agileverband.de vorbei. Vielleicht sehen wir uns ja demnächst?

Und wenn du Lust bekommen hast, Scrum einzuführen, dann komm gerne auf mich zu. 🙂

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