42 Wolfsburg- Interview mit Dr. Max Senges

42 Wolfsburg- mit Peer 2 Peer Learning Softwareentwicklung lernen

Gebührenfrei Programmieren lernen? Die gemeinnützige Programmierschule Wolfsburg 42 bietet diese Möglichkeit. Hier können talentierte IT-Interessierte im Rahmen von projektbasiertem Peer 2 Peer Learning das Programmieren lernen.

Für die Aufnahme ins Programm müssen die Bewerber/innen einen mehrstufigen Aufnahmetest durchlaufen. Auch für (angehende) IT Freelancer ist diese Form des Studiums interessant, denn bei der 42 Wolfsburg sind wichtige Skills wie Eigenmotivation gefragt, um durch die einzelnen Projekte zu kommen.

IT Freelancer Magazin: Werden Ihre Lernenden auch auf eine eventuelle Selbständigkeit vorbereitet?

Max Senges: Definitiv! Da sich unser Curriculum aus einzelnen Projekten zusammensetzt, die die Schüler bewältigen müssen, ist Eigenständigkeit bei uns um ein vielfaches stärker gefragt als an einer konventionellen Bildungseinrichtung. Jeder bei der 42 muss lernen, seine Zeit selber einteilen und lernen, sich selbst zu motivieren. Ein weiterer Punkt in diese Richtung sind beispielsweise unsere Stipendien, mit denen wir die Schüler und Schülerinnen, die eine eigene Idee oder ein Projekt tiefergehend verfolgen wollen, unterstützen.

IT Freelancer Magazin: Wieso lernen Ihre Schüler/innen als erste Programmiersprache C, welche bereits 1972 erschienen ist, und damit nach IT-Maßstäben uralt ist?

Max Senges: Das C schon etwas älter ist stimmt natürlich. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Sprache nicht mehr relevant ist. Des Weiteren sind viele der neueren Sprachen auf C aufgebaut oder an C angelehnt. C an sich bietet Lernenden auch die Mittel, den Vorhang ein wenig zurück zu ziehen und uns als Schule die Möglichkeit, Fragen zu stellen, wie “Was passiert denn eigentlich im Hintergrund, wenn man ein “printf” statement in seinem Code schreibt?”. C ist unserer Meinung nach ein gutes Fundament, auf das man in jede Richtung hin aufbauen kann. Wichtig ist auch, dass C nicht die einzige Sprache ist, die bei uns zum Einsatz kommt. Lediglich der erste Teil unseres Curriculums, der sogenannte “Core” wird beinahe vollständig in C absolviert.

Wie wird bei der 42 Wolfsburg studiert?

IT Freelancer Magazin: Wie genau kann man sich den Alltag als „Studierende/r“ bei der 42 vorstellen?

Max Senges: Das kann natürlich ganz unterschiedlich aussehen, da die Schüler und Schülerinnen, selbst für ihre Fortschritte verantwortlich sind und die verschiedenen Projekte immer für Abwechslung sorgen. Wir empfehlen, mindestens 21 Stunden pro Woche in die 42 zu investieren, um stetig im Curriculum voranzukommen. Diese Stundenzahl bezieht sich allerdings ausschließlich auf die Zeit, die gebraucht wird, um Projekte zu bearbeiten. Ich, und viele Schülerinnen und Schüler anderer 42 Ableger, sind der Meinung, dass das Programm am meisten bringt, wenn man es tatsächlich in Vollzeit wahrnimmt. Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit dies zu tun und viele unserer Schüler arbeiten nebenbei in Teilzeit.

Ansonsten spielt sich, angesichts der momentanen Situation, der Hauptteil des Studienalltags auf Plattformen wie Discord, Slack oder Zoom ab. Allerdings hoffen wir natürlich, dass sich dies so bald wie möglich ändern wird und wir unsere Schüler vor Ort in unserem Spaceship begrüßen dürfen. In diesem Rahmen werden dann die bereits angesprochenen Projekte bearbeitet, mit Studienkollegen und Kolleginnen diskutiert und dann in den “Evaluations” geprüft und bewertet.

IT Freelancer Magazin: Was unterscheidet die Ausbildung bei Wolfsburg 42 von einer etablierten Ausbildung zum/ zur Fachinformatiker/in?

Max Senges: Der größte Unterschied ist das schon angesprochene Peer Learning System, das in den Schülern die Fähigkeit kultivieren soll, sich selbst und andere stetig weiterzubilden, ohne einen Professor oder Lehrer zu benötigen. Hier werden Probleme oder Projekte gemeinsam angegangen und zu bewältigt. Auch, dass das Curriculum aus einzelnen Projekten besteht, ist etwas näher an dem tatsächlichen Arbeitsalltag eines ITlers. Zudem bieten wir auch eine Reihe von Spezialisierungsmöglichkeiten – speziell Software Engineering Automotive & Mobility Ecosystems, aber auch Machine Learning, Cybersecurity, Virtual Reality – die so in Ausbildungen und Studiengängen nicht ohne weiteres zu finden sind.

IT Freelancer Magazin: Sind Nanodegrees vorgesehen, wie sie Udacity nutzt, um auch für gestandene Informatiker/innen, wie z.B. IT-Freelancer, interessant zu sein?

Max Senges: Grundsätzlich können wir uns das gut vorstellen. Jetzt bauen wir die Schule aber erstmal erstklassig mit den bestehenden Lernformaten auf – dann sehen wir weiter.

Übrigens für unsere 4-wöchigen Bootcamps im Sommer (28. July) und Herbst (22. Sept) kann sich noch jeder über 18 unter www.42wolfsburg.de bewerben.

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