Interview mit Yannick Krohn_ Freelancer Podcast und Goodlance

Interview mit Yannick Krohn- Freelancer Podcast- Erfahrungen

Ein Umstand im Zusammenhang mit dem IT Freelancertum ist immer besonders spannend: Wie kam es zu der Selbständigkeit und wie liefen die Anfänge der Karriere als IT Freelancer:in? Dieser Frage geht Yannick Krohn in seinem Freelancer Podcast nach. Hier interviewt er Freelancer aus den verschiedensten Bereichen und Branchen und beleuchtet die Beweggründe und den Alltag der Freelancer.

Freelancer Podcast by Yannick Krohn

IT Freelancer Magazin: Was war der bislang überraschendste Gast in deinen Freelancer-Podcast und warum?

Yannick Krohn: Ich habe im Podcast ein Format, bei dem ich mit Freelancerinnen und Freelancern, über ihren Werdegang spreche und wie es zur Selbstständigkeit kam. Eine solche Folge, habe ich auch mit Nils Svensson aufgezeichnet und er hat mir darin, von seiner Depression erzählt. Was mich an dieser Aufzeichnung so überrascht hat, war die Offenheit von Nils, obwohl wir uns erst seit wenigen Minuten kannten. Solche Gespräche, schätze ich an meiner Arbeit im Podcast sehr und ich bin immer wieder erstaunt, welche bewegenden Geschichten, mir meine Gäste erzählen. Heute sagt Nils übrigens von sich, dass er der glücklichste Mensch der Welt ist.

Link zur Folge mit Nils: https://freelancer-podcast.de/index.php/episodes/folge-118-der-lange-weg-zum-glueck-im-gespraech-mit-nils-svensson/

IT Freelancer Magazin: Durch deinen Freelancer Podcast hast du in mittlerweile 132 Folgen viele verschiedene Freelancer und deren Perspektiven kennenlernen können.

Auf Basis dieser Einblicke: Was wäre die zwei wichtigsten Tipps, die du einem frischen Freelancer an die Hand geben würdest?

Yannick Krohn: Sich frühzeitig mit anderen Freelancern zu vernetzen, ist in meinen Augen, der wertvollste Tipp, für angehende Freelancer. Kollegen zu haben, mit denen man sich über aktuelle Herausforderungen austauschen kann, ist gerade in den ersten Monaten, unglaublich wertvoll. Als IT-Freelancer, würde ich mich da gar nicht unbedingt nur auf andere ITler fokussieren, sondern bewusst in anderen Branchen, nach Kontakten suchen, die die eigene Leistung gut ergänzen. Die Kombination Webentwickler und Designer, ist zum Beispiel ideal, um sich gegenseitig Aufträge zu vermitteln. Die Kooperation mit anderen Selbstständigen, ist etwas, das für mich sehr gut funktioniert und viele meiner Podcast Gäste, berichten von ähnlichen Erfahrungen.

Außerdem würde ich jedem angehenden Freelancer raten, die Selbstständigkeit früh auf ein solides Fundament zu stellen, indem man die wichtigsten Kennzahlen für sich kennt und trackt. Ein paar Werte, die (bspw.) sinnvoll sind:

– Mind. Umsatz / Monat

– Cash Burn Rate (wie viele Monate kann ich aus Rücklagen überleben, wenn mein Einkommen jetzt stoppt)

– Stundensatz (basierend auf angestrebtem Einkommen und diversen Faktoren wie Urlaubstagen, prozentuale Auslastung etc.)

– Mind. Auslastung in Stunden (Wie viele Stunden sollte ich im Monat gebucht sein?)

Wenn man diese Werte für sich kennt und laufend als Indikatoren nutzt, kann man rechtzeitig gegensteuern, wenn es irgendwo knapp wird.

IT Freelancer Magazin: Wie viele von deinen Podcast-Gästen waren bisher IT Freelancer? Was unterscheidet diese deiner Meinung nach von anderen Freelancern?

Yannick Krohn: Weniger, als ich zu Beginn des Podcasts gedacht hätte. Meine Gäste kommen inzwischen überwiegend aus dem Kreativbereich. IT Freelancer erkennt man oft daran, dass sie Zahlenmenschen sind und die Selbstständigkeit sehr analytisch angehen. Da ist dann meist alles gut durchgeplant und konservativ berechnet. Wenn ich mit anderen IT Freelancern spreche, merkt man das oft auch bei der Frage, wie sie ihre ersten Kunden gewonnen haben. Das Thema Kundenakquise schien, zumindest für die Kollegen mit denen ich gesprochen habe, weniger präsent zu sein, weil der IT-Bereich einfach immer noch ein “besonderer” Markt ist.

Eigene IT Freelancer Erfahrungen

IT Freelancer Magazin: Wie bist du selbst Freelancer geworden? Was war für dich der ausschlaggebende Grund?

Yannick Krohn: Ich habe mir früh das Programmieren beigebracht und während meiner Schulzeit, dann immer mal wieder kleine Webprojekte für lokale Firmen umgesetzt. Das waren meine ersten “Freelancer Jobs”, die mich auf den Geschmack gebracht haben. Während meiner Ausbildung, ist das dann immer mehr geworden und mir war schnell klar, dass ich das irgendwann gerne in Vollzeit machen möchte. Dieses “Irgendwann” kam dann bereits nach Abschluss meiner Ausbildung.

Dass ich selbst bestimmen kann, an welchen Projekten ich arbeite und wie ich meine Zeit gestalte, ist das was mich am meisten an der Arbeit als Freelancer reizt. Wenn man möchte, dann ist der Alltag als Freelancer, sehr abwechslungsreich und man kann sich immer wieder neu erfinden.

IT Freelancer Magazin: Welches waren deine größten Fehler als IT-Freelancer und wie kann man Sie vermeiden?

Yannick Krohn: Ich denke, im Nachhinein hätte ich mir viel Stress ersparen können, wenn ich mehr auf mein Bauchgefühl gehört hätte. Vor allem bei Kunden, wo es deutliche Anzeichen gab, dass das eventuell Menschen sind, mit denen ich nicht wirklich auf einer Wellenlänge bin. Da habe ich, ein paar Mal, das sehr schlechte Bauchgefühl ignoriert, weil ein gut bezahlter Auftrag in Aussicht war. Und das ging fast immer nach Hinten los. Der Stress, den diese Konflikte verursacht haben, wäre absolut vermeidbar gewesen, wenn ich einfach meiner Intuition gefolgt wäre.

IT Freelancer Magazin: Was ist dein Lieblings-Webframework und warum?

Yannick Krohn: Ich habe immer gerne mit AngularJS gearbeitet, weil es das Databinding sehr angenehm und flexibel gestaltet. Aktuell arbeite ich mich in React ein, weil viele meiner Frontend Kollegen darauf schwören. Mal schauen, ob sich das mit dem Lieblings-Framework also bald ändert… 😉

Tools & Tipps

IT Freelancer Magazin: Welche anderen Tools nutzt du als Freelancer außer Goodlance?

Yannick Krohn: Da ich inzwischen ausschließlich remote arbeite, nutze ich Zoom zur direkten Kundenkommunikation. Mit Sketch entwerfe ich hin und wieder Layouts oder passe Assets von Kunden an. Ansonsten nutze ich die gesamte Google Business Suite für meinen Kalender, Mails etc. Für die Entwicklung nutze ich die IDEs von JetBrains.

IT Freelancer Magazin: Du hast Goodlance gegründet, ein All in One Tool für Freelancer. Was unterscheidet euch von den anderen Freelancer-Tools?

Yannick Krohn: Wir haben Goodlance “damals” aus dem eigenen Bedarf heraus gegründet, einen ganzheitlichen Workflow für all die administrativen Tätigkeiten des Freelancertums zu haben. Uns störte, dass man mit den verfügbaren Tools, immer nur Teilaspekte abdecken konnte, ohne dass die Tools miteinander “kommunizieren”. Diesem Problem haben wir uns angenommen und herausgekommen ist Goodlance.

Was uns von anderen Tools unterscheidet, ist der ganzheitliche Workflow und der starke Fokus auf die Bedürfnisse von Freelancern. Aufträge können beispielsweise direkt in Goodlance geschätzt werden. Die fertige Schätzung, kann dann per Klick in ein Angebot überführt werden und das Angebot kann wiederum in Tickets, für ein Kanbanboard, umgewandelt werden. Von der Aufwandsschätzung, bis zur abschließenden Versteuerung, geben wir unseren Nutzern, smarte Features an die Hand, die so konzipiert sind, dass die administrative Arbeit einen minimalen Teil des Freelanceralltags einnimmt.

IT Freelancer Magazin: Vielen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke, Yannick!

Yannick Krohn, Freelancer Podcast,Goodlance

Yannick Krohn (Moderator des Freelancer Podcasts, Gründer von Goodlance und leidenschaftlicher Frontend-Freelancer)

Yannick ist Gründer von Goodlance und selbst als Freelancer im Bereich Webentwicklung unterwegs. Seit über 10 Jahren, entwickelt und designt er Internetseiten & Apps. Außerdem moderiert er den Freelancer Podcast und organisiert Meetups für die deutsche Freelancer Szene.

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