Wie geht es den IT Freelancern in der Corona-Krise?

Wie ist die Gefühlslage bei den IT Freelancer Kollegen in Deutschland? Wie stark sind die Auswirkungen auf die Auftragslage und die finanziellen Auswirkunken auf die IT Selbstständigen? Diesen und weiteren Fragen ging die Projektplattform freelancermap.de in den letzten Monaten (März, April und Mai) in Form des noch laufenden Freelancer-Kompasses 2020 und des „Corona“ Freelancer Barometers mit über 3.700 Freelancern nach.

Soforthilfen sind angekommen, IT Freelancer inzwischen weniger existenziell beunruhigt

Zunächst die positiven Nachrichten: Die anfänglichen starken existentiellen Unsicherheiten der Corona- Krise scheinen die meisten Freelancer erst einmal überwunden zu haben. So haben nur noch 37 Prozent der befragten Freelancer im Monat Mai Existenzängste, während es im März noch 57 Prozent waren. Sowohl das Stabilisieren/Stabil bleiben der allgemeinen Versorgung, als auch die staatlichen Soforthilfen dürften hier wohl eine Rolle spielen. Ein Drittel der Befragten gab an, aufgrund der Corona-Krise Hilfe vom Staat beziehen zu müssen. Der Antrag auf Soforthilfe ging den Freelancern jedoch überwiegend (sehr) einfach von der Hand (62 Prozent) und zwei Drittel der Antragsteller mussten nicht länger als zwei Wochen auf die Soforthilfe warten.

Auftragslage & finanzielle Situation der deutschen IT Selbstständigen

Auch wenn die staatlichen Hilfen größtenteils bei den Antragstellern angekommen zu sein scheinen, ist der Einfluss der Corona-Krise auf die Projekte der Freelancer deutlich zu spüren. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer bewerten die derzeitige Auftragslage als (sehr) schlecht (66 Prozent) und nur 11 Prozent der befragten IT Freelancer sehen diese als (sehr) gut an. Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Projekte der Freelancer wurden abgebrochen (36 Prozent) oder sind erst einmal auf Eis gelegt (37 Prozent). Dementsprechend sehen auch die Einschätzungen rund der Hälfte der IT Freelancer zur Auftragslage für die nahe Zukunft nicht gerade rosig aus.

Die Auftragslage wird 2020 vermutlich kritisch bleiben. Quelle: Vorab-Analyse Freelancer-Kompass 2020, freelancermap

Auch wenn die stärker Betroffenen sich auch stärker an solchen Umfragen beteiligen und daher überrepräsentiert sein dürften, kann man wohl festhalten, dass die Selbständigen im IT-Sektor besonders hart getroffen sind. Gut die Hälfte der Befragten hat mehr als die Hälfte der Umsätze verloren. Fast einem Viertel der IT Selbstständigen ist sogar der gesamte Umsatz weggebrochen und muss nun mit den privaten Rücklagen und staatlichen Hilfen auskommen. Nur rund 15 Prozent haben aktuell noch keine Umsatzeinbußen.

 

Die Folgen der schlechten Auftragslage spiegeln sich im finanziellen Ausblick der IT Freelancer wider. Fast die Hälfte aller Umfrageteilnehmer (48 Prozent) erwartet, dass sie innerhalb der nächsten drei Monate in finanzielle Schwierigkeiten geraten werden.

In der Pressemitteilung äußerte sich Thomas Maas, Geschäftsführer von freelancermap.de über die aktuelle Situation wie folgt: „Bei all den negativen Entwicklungen sehen wir, dass u.a. die Soforthilfe für Freelancer notwendig war und spürbar positive Effekte mit sich brachte. Dennoch sind die Resultate unserer Umfragen eine Warnung an die Wirtschaft und Politik, denn Freelancer sind für viele Unternehmen kaum wegzudenken. Es braucht weitere finanzielle Unterstützung, damit sich Selbständige nicht dauerhaft in Unsicherheit der eigenen Existenz wiederfinden müssen (…).“

Die gesamten Studienergebnisse des „Corona“ Freelancer Barometers von freelancermap.de finden Sie hier.

In den kommenden Wochen werden die Ergebnisse einer weiteren Studie mit über 27.000 Studienteilnehmern zum Thema Auswirkungen der Corona-Krise auf Selbstständige vom Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) schrittweise veröffentlicht. Das IT Freelancer Magazin bleibt für Sie an diesem wichtigen Thema dran.

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