Von der Freiheit der Berufswahl

Es ist schon schwierig, die deutsche Sprache zu erlernen und noch schwieriger ist es, sie richtig zu deuten.

Nehmen wir allein nur den Begriff „Freiheit“. Freiheit beinhaltet das Wort „Frei“.
Laut Wikipedia wird Freiheit wie folgt erklärt:

„Freiheit wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können.“

Man könnte diesen Begriff auch als autonom umschreiben. Das heißt, wir Menschen haben die freie Entscheidung etwas zu tun oder zu lassen. Zwänge, wie eine Familie zu gründen, ein Haus zu bauen und der schicke SUV in der Garage sind freie Handlungen. Nun muss das ja alles irgendwie finanziert werden. Somit begebe ich mich freiwillig in die Abhängigkeit von Banken, Autohäusern und Arbeitgebern. Ich brauche zum Leben ein geregeltes Einkommen, um meine Kosten wie Miete, Strom und Telefon zu decken. Hier entsteht auch die philosophische Frage: Wie viel brauche ich denn eigentlich? Diese Frage stellt sich selbstverständlich nicht für den Staat: Der gemeinsame Zusammenhalt der Politik ist die Chance das eingesammelte Geld auszugeben. Und wenn es einmal nicht reicht, dann werden eben schnell die Steuern oder die Sozialabgaben erhöht. Wichtig ist nur dies nicht zu knapp vor der nächsten Wahl zu machen.

Aber zurück zur Freiheit: Wenn ich mich also freiwillig in diese Zwänge begebe, bin ich nicht mehr frei. Was der Staat natürlich gerne sieht. Denn jetzt muss der nicht mehr „frei“ Handelnde in eine Arbeitnehmerüberlassung oder abhängige Beschäftigung. Diese spült dem Staat ordentlich Geld in die Kasse: Steuern, die monatlich direkt vom Bruttoeinkommen eingezogen werden und nicht wechselnde Einkünfte in unbekannter Höhe! Sage und schreibe 20% des Bruttoeinkommens auf der Arbeitnehmerseite gehen an die Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung.

Und dann kommt der Freiberufler daher und entscheidet aus freien Stücken, selbstständig zu sein, also autonom zu handeln. Ja, wo gibt es denn so was? Wenn das jeder machen würde? Dann wären die Sozialkassen leer und die Selbstständigen, die Hartz 4 aufstocken müssen, weil sie nicht genug verdienen, rutschen dann auch noch in die Altersarmut. Übrigens: Hier habe ich noch keine verlässliche Statistik gefunden, wie viel Prozent der Selbstständigen mit Hartz 4 aufstocken müssen oder in Altersarmut gerutscht sind.

Hallo Staat: Kümmert Euch um die „richtigen Probleme“ unserer Gesellschaft. Sorgt lieber dafür, dass die arbeitende Bevölkerung von ihrem Einkommen leben kann, anstatt Unternehmensgewinne mit Hartz 4-Aufstockung quer zu subventionieren. Denn geringe Löhne bedeuten geringe Kosten für die Unternehmen und damit höhere Gewinne. Was die Aktionäre wiederum freut.

Lasst uns Freiberufler in Ruhe. Wir haben uns bewusst für die Freiheit entschieden. Wir wissen, was wir tun und brauchen keine Bevormundung! Denn wir sind frei und wollen auch frei bleiben. Lieber Staat: vielleicht doch mal in Wikipedia eine kleine Weiterbildung zum Thema Freiheit?

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