Worauf kommt es bei Top-IT-Freelancern an? In 6 Schritten zum Liebling aller Unternehmen

Die Digitalisierung aller Branchen hat dazu beigetragen, dass jedes Unternehmen händeringend nach IT-Fachkräften sucht – der Fachkräftemangel ist in aller Munde. Entsprechend rosig ist die aktuelle Lage für IT- Freelancer. Wer sich in der Branche einen guten oder gar sehr guten Ruf erarbeitet hat, der kann aktuell aus einer Vielzahl an Projekten auswählen. Denn wenn IT-Projekte im Rahmen der Digitalisierung zur Kernstrategie der Unternehmen werden, dann wird es für diese Unternehmen umso wichtiger, dass die externen Freelancer sehr hohe Qualität und Professionalität mitbringen.

Doch wie kommt man als IT Freelancer in die Situation, dass einem der positive Ruf vorauseilt? Zum einen geht es natürlich um Erfahrung und Fähigkeiten wie etwa präzises und schnelles Coden. Zum anderen geht es aber eben auch um die Faktoren, die eine professionelle Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und externem Support von Tag eins ermöglichen – und von der ein Unternehmen langfristig, auch nach Ausscheiden des Freelancers, profitieren kann.

In sechs Punkten fassen wir zusammen, worauf es für IT-Selbstständige – abgesehen von tiefer Erfahrung und inhaltlichen Fähigkeiten – ankommt, um sich einen hervorragenden Ruf und damit langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen.

Punkt Eins: Spezialisierung

Wenn Firmen Geld für externe Unterstützung in die Hand nehmen, dann suchen sie in der Regel nach echten Experten, die bestimmte Erfahrungen und Fachexpertise in die Firma einbringen können. Je eher Sie sich also auf ein Fachgebiet spezialisieren und darin weiterbilden, je detaillierter Ihr Know-how ist, desto eher werden sich die Auftraggeber um Sie reißen. Mit einem Expertenstatus verschaffen Sie sich gegenüber der Konkurrenz einen Vorteil.

Anders als Festangestellte, von denen oft erwartet wird an mehreren Projekten mitzuwirken und sich auch darüber hinaus in die Firma einzubringen, sind Sie dafür da, einen relativ klar abgegrenzten Bereich weiterzubringen. Dabei geht es den Auftraggebern oft weniger darum reine Kapazität einzukaufen, sondern es geht vor allem darum Fähigkeiten, Wissen und Erfahrung ins Unternehmen zu holen.

Sind Sie erst einmal als Spezialist z.B. für eine Technologie oder auch Industrie bekannt, wird Ihnen das einen Wiedererkennungswert in der Branche verschaffen. Wichtig: der gute Ruf als “Experte” verpflichtet – Sie müssen sich selbst immer auf dem neuesten Stand halten und weiterentwickeln, um Ihrem Expertenstatus dauerhaft gerecht werden zu können.

Punkt Zwei: Flexibilität

Als Freelancer werden Sie eingestellt, um für einen begrenzten Zeitraum ein bestimmtes Projekt mitzugestalten. Nicht immer bleibt deshalb Zeit, die von Ihnen üblicherweise gelebte Arbeitsweise im Unternehmen zu implementieren. Oft wird es auch darum gehen, sich an Existierendes anzupassen – gerade, wenn das Projekt kurz ist. So zeigen Sie, dass Sie flexibel auf das jeweilige Setting reagieren können – und Output-orientiert arbeiten. Selbst die agilsten Unternehmen werden ihre Arbeitsprozesse für einen Freelancer nicht komplett umstellen können – und auch nicht wollen. Der Projekterfolg hängt deshalb auch an Ihrer Fähigkeit sich teilweise anzupassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie Ihre bevorzugte Herangehensweise nicht präsentieren oder Verbesserungsvorschläge machen sollten.

Punkt Drei: Teamplayer

“Teamwork” ist in nahezu jeder Situation im Arbeitsleben ein Schlüssel zum Erfolg – genauso verhält es sich für die Zusammenarbeit mit Freelancern. Auch wenn alle Parteien wissen, dass die Zusammenarbeit zeitlich begrenzt ist, sollte das im Tagesablauf nicht spürbar sein. Es bedeutet auch nicht, dass Sie in interne Abläufe eingebunden sein müssen – Sie können auch als Teammitglied, das von “remote” (also z.B. von zu Hause oder einem Coworking-Space) unterstützt, ein sehr guter Teamplayer sein. Es geht hier vielmehr darum Transparenz bezüglich der eigenen Arbeit an den Tag zu legen und proaktiv Kollegen zu unterstützen, die Ihre Hilfe benötigen können.

Ziehen Sie Ihre Kollegen mit, besprechen Sie Arbeitsschritte in Ihrem Team und seien Sie auch offen für den Input Ihres Gegenübers. Nur weil Sie der “Experte” sind, heißt das nicht, dass Sie nicht auch von dem internen Team lernen können. Wenn Sie es schaffen, dass Sie nicht nur für tiefe Expertise, sondern auch für ein erfolgreiches Miteinander stehen, dann haben Sie beste Chancen auch beim nächsten Projekt nach Ihrer Verfügbarkeit gefragt zu werden.

Punkt Vier: Transparenz & Kommunikation

Kein Auftraggeber möchte das Gefühl haben unnötig Geld zu bezahlen. Oft wird Ihr Gegenüber sogar verantwortlich für das Einhalten eines bestimmten Projektbudgets sein – es ist also seine Aufgabe sich regelmäßig über den Fortschritt und die gearbeitete Zeit zu informieren.

Sie sollten regelmäßiges Nachfragen auf Seiten Ihrer Kunden deshalb nicht als Zweifel an Ihrer Integrität oder nervige Kontrolle empfinden – es ist schlicht Teil des professionellen Projektmanagements.

Gerade auch bei diesem Thema, das scheinbar nur ein administratives Thema ist, können Sie sich positiv gegenüber dem Markt differenzieren. Tracken Sie deshalb Ihre Arbeitszeit gründlich – mit einer Kurzbeschreibung dessen, was Sie getan haben. Hierfür gibt es am Markt bereits zahlreiche Tools, die Ihnen die Zeiterfassung und Arbeitsbeschreibung erleichtern. Diese Tools erlauben es Ihnen auch einen Report zu ziehen und an Ihren Auftraggeber zu schicken – tun Sie dies am besten in regelmäßigen Abständen, selbst wenn nicht danach gefragt wird. Diese Proaktivität wird von der Mehrheit Ihrer Auftraggeber sehr positiv aufgenommen werden – und sie schafft Vertrauen.

Auch wenn Sie auf Probleme treffen, sollten Sie diese umgehend ansprechen. Es ist völlig normal, dass auch Sie als externer Experte nicht alles unmittelbar lösen können – doch man kann von Ihnen erwarten, dass Sie solche Probleme umgehend mitteilen, gerade wenn diese einen Einfluss auf die Projektlaufzeit haben könnten.

Punkt Fünf: Selbstständigkeit

“Selbstständiges” Arbeiten kann man grundsätzlich von jedem Mitarbeiter erwarten, der einige Jahre Erfahrung im Berufsleben hinter sich hat. Von Ihnen als selbstständiger Experte wird dies allerdings im Besonderen vorausgesetzt. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie sich eigenständig einen Zeitplan aufsetzen und Meilensteine definieren können. Es wird erwartet, dass Sie im Rahmen des Projekts wissen, was zu tun ist. Sie wurden zum Team hinzugezogen, weil Ihre Expertise dem Unternehmen fehlt – deshalb wird das Unternehmen auch immer wieder auf Sie gucken, wenn es darum geht Lösungswege zu finden. Nutzen Sie Ihre Sonderstellung und Ihre Erfahrung, um genau das zu tun – bringen Sie Ihre Vorschläge ein und zeigen Sie, wie Sie womöglich vergleichbare Situationen in Ihrer Vergangenheit bereits dank Ihrer Expertise gemeistert haben.

Punkt Sechs: Nachhaltigkeit

Ein Unternehmen wird Ihre Arbeit nicht nur danach bewerten, wie gut das Ergebnis am Projektende ist, sondern auch, ob das Team damit langfristig weiterarbeiten kann. Eine ordentliche Dokumentation und saubere Übergabe machen hier einen entscheidenden Unterschied. Der Code sollte nicht nur logisch und sauber aufgebaut sein, sondern eben auch nachvollziehbar dokumentiert werden. Deshalb sollten Sie die Übergabe und Wiederverwendbarkeit Ihrer Arbeit bereits zu Beginn Ihrer Projektplanung im Kopf behalten – Sie sollten sich während des Projekts immer wieder die Zeit nehmen, Ihre Arbeit bereit für eine Übergabe zu machen. Schließlich kann ein Projekt auch einmal frühzeitig abgebrochen werden. Anders als bei festen Mitarbeitern, wird es bei Ihnen deutlich schwieriger im Anschluss noch einmal nachzufragen – auch deshalb ist die Erwartungshaltung hinsichtlich der Übergabe sehr hoch.

Autor: Arne Hosemann, Managing Director und Co-Founder von expertlead.

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