Anforderungen an ABAP-Programmierung durch SAP HANA

Durch die aktuelle HANA-Generation ist für die SAP-Software ein neues Zeitalter angebrochen. 1973 startete SAP mit der Technologie von RF (radio frequency). Es folgten SAP R/1, R/2 und R/3.

Erste Ansätze einer HANA-Technologie kamen 2007 zum Einsatz. Die SAP-HANA-Datenbank fungierte zunächst als Side-by-Side-Szenario, wo sie neben einer vorhandenen traditionellen Datenbank betrieben wurde. SAP HANA bildete dabei die Sekundärdatenbank, die traditionelle war die Primärdatenbank. Schon bald konnte SAP HANA aber auch als alleinige Datenbank genutzt werden.

Im Februar 2015 setzte SAP schließlich mit der als S/4 HANA bezeichneten Technologie einen neuen Meilenstein.

Die Basis dieser neuen Technologie bilden die leistungsfähige In-Memory-Plattform SAP HANA und die moderne Benutzeroberfläche SAP Fiori. Datenmodelle und Benutzerführung wurden radikal vereinfacht. Zudem gibt es nun Cloud-Lösungen, die mit einem zentralen Host-System verbunden sind.

Als In-Memory-Verarbeitung bezeichnet man die Tatsache, dass die Datenbank jetzt nicht mehr auf einem eigenen Datenbankserver abgelegt ist, sondern sich gemeinsam mit den Programmdaten im Hauptspeicher des Applikationsservers befindet. Programm und Datenbank verschmelzen miteinander. Rechenvorgänge, die vorher mehrere Stunden Laufzeit benötigten, werden jetzt innerhalb weniger Minuten bis Sekunden durchgeführt.

Was bedeutet das für Sie als Entwickler? Wie müssen Sie Ihre gewohnte Vorgehensweise umstellen?

Viele Unternehmen sind begeistert, wenn es heißt, SAP HANA einzuführen. Sie vergessen aber, dass sie dann auch das Wissen Ihrer ABAP-Entwickler auf eine ganz neue Stufe stellen müssen.

Für den ABAP-Entwickler wurde 2012 das HANA-optimierte SAP-Release 7.4 herausgebracht, welches umfassende Änderungen in der ABAP-Programmiersprache mit sich brachte. Während bisher die ABAP-Sprache auf Befehlsanweisungen fokussiert war, ist sie jetzt funktional ausgerichtet. Viele Anweisungen werden durch Funktionen abgelöst. Detaillierte Informationen über alle Neuerungen in ABAP 7.4 erhalten Sie im SAP-System unter der Transaktion ABAPDOCU. Wählen Sie dort den Link „ABAP – Releaseabhängige Änderungen“.

Außerdem müssen Sie sich an neue Programmiersprachen gewöhnen. Während Sie bisher Datenbankanweisungen mithilfe von Open SQL programmiert haben, werden Sie sehen, dass Native SQL in HANA zu erheblichen Performancegewinnen führt. Damit Open SQL von der Datenbankschnittstelle nicht erst aufwendig in Native SQL umgeformt werden muss, ist es besser für die Performance, wenn Sie schon direkt in Native SQL schreiben.

Das Coding wird aus den Anwendungsprogrammen in die Datenbankschicht verlagert. Dieses bezeichnen wir als Code Pushdown. Somit programmiert man direkt auf der Datenbank. Dieses geht nicht mithilfe des Ihnen bekannten ABAP. Sie werden SQLScript als neue Programmiersprache kennen- und einsetzen lernen müssen.

Jedoch wurde die ABAP-Programmierung für SAP HANA im Laufe der Zeit wesentlich vereinfacht. Anfangs mussten für die HANA-Datenselektion umfangreiche Datenmodell-Modellierungen, sogenannte Analytische Views, entwickelt werden. Heute genügen auf ABAP OO-basiertes sogenanntes ABAP Database Connectivity sowie ABAP-CDS-Views.

Einzelheiten über diese Vorgehensweisen würden den Umfang dieses Beitrags sprengen. Ich empfehle Ihnen aber die Lektüre meines Fachbuches „ABAP-Programmierung unter SAP HANA“, erschienen im Verlag Espresso Tutorials, Link: https://de.espresso-tutorials.com/programmierung_0145.php

 

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