Buchempfehlung: IT-Freelancer: Ein Handbuch nicht nur für Einsteiger

Es gibt da draußen zwar sehr viele Ratgeber für Selbstständige, aber nur einen speziell für IT Freelancer, geschrieben von Thomas Matzner und Ruth Stubenvoll. Und dass es erhebliche Besonderheiten dieses Typus Selbstständiger gibt, verleiht dem Buch IT Freelancer: Ein Handbuch nicht nur für Einsteiger* seine unbedingte Existenzberechtigung. Wie der Untertitel des Buches schon sagt, ist dieses Buch für Einsteiger und alte Hasen nützlich, jedoch auch für Projektvermittler (im Buch Zwischenhändler genannt), die sich in diesem Bereich ein Geschäft aufbauen wollen, aber den Markt noch nicht kennen. Wer als Angestellter mit dem Gedanken spielt, in den Status des Freelancers zu wechseln, kann sich das Buch gemütlich in der S-Bahn auf dem Weg zu seinem Arbeitgeber durchlesen. Nicht nur, dass dieser Gedanken einen gewissen subversiven Reiz ausübt – die Entscheidung, zu wechseln oder nicht, wird man am Ende des Buches mit Sicherheit fundierter treffen können.
Das Buch wirkt zwar durch seine klare, strukturierte und durchnummerierte Gliederung erst einmal wie ein wissenschaftlich-theoretisches Werk. Doch schon nach kurzem Lesen wird klar: die Autoren sind selbst langjährige IT Freelancer mit wohl reflektierter Erfahrung in diesem Bereich. Und sie gießen diese Erfahrung auf frische Art in realistische Beschreibungen und durchdachte konkrete Ratschläge.
Das Buch beginnt mit Entmystifizierung der Gründe, IT Freelancer zu werden. Wer als Angestellter keinen Chef mehr über sich ertragen kann, sollte nicht anstreben, IT Freelancer zu werden, denn die Abhängigkeit vom jeweiligen Projektleiter (vulgo: Chef) ist ungleich größer. Ständig muss man sich um eine Verlängerung bemühen, denn die Freelancer-Verträge ermöglichen in der Regel eine Kündigung von einem Tag auf den anderen. Auch wer Bewerbungen als Angestellter lästig findet, sollte nicht anstreben, IT Freelancer zu werden. Selbst wenn die Bewerbung eines Freelancers nicht so genannt wird und das Auswahlverfahren weniger streng ist, so ist man als Freelancer grundsätzlich häufiger auf der Suche nach einer Beauftragung, als ein Angestellter auf der Suche nach einer neuen Stelle. Und wer anstrebt, durch den Wechsel in den Freelancer-Status Steuern zu sparen, findet in diesem Buch etliche Gegenargumente.
Die Arbeitsleistung des IT Freelancers wird Produkt genannt und ein komplettes Kapitel widmet sich dessen Ausgestaltung. Es wird die Frage beleuchtet, ob man nicht ab einem gewissen Alter mit der Rolle des IT Managers besser fährt – die Notwendigkeit sich ständig mit juvenilem Elan in technische Neuerungen einzuarbeiten entfällt dann weitgehend. Dennoch können die bisherige Berufserfahrung so sinnvoll eingesetzt und höhere Stundensätze erreicht werden. Das Buch rückt die Rolle des IT-Trainers ins rechte Licht: sinnvoll als Ergänzung – nicht erstrebenswert, um die Freelancer-Stundensätze zu steigern. Ausführlich wird gezeigt, warum man Honorarstatistiken nicht trauen sollte und wie man trotzdem einen marktgerechten Stundensatz und ein Mindesthonorar ermitteln kann. Hierbei möchte ich noch ergänzen, dass der Projektvermittler etengo in seinen Projektausschreibungen bezüglich der Stundensätze recht transparent ist, was man sich zur Einschätzung des eigenen Marktwertes ebenfalls zu Nutze machen kann. Besonders umfangreich und gleichermaßen hilfreich ist das Kapitel zum Erstellen eines IT-Freelancer-Profils und der eigenen Webseite.
Das Werk IT Freelancer* scheint mit 46,90€ nicht gerade billig – verglichen jedoch mit dem geldwerten vermittelten Wissen lohnt sich der Kauf in jedem Fall. Man stelle nur einmal auf die erreichbaren Stundensätze als IT Freelancer ab und bedenke noch, dass beim Kaufpreis die Umsatzsteuer wegfällt und der Nettobetrag auch noch steuerlich als Betriebsausgabe absetzbar ist. Das Buch ist in einer klaren, nachvollziehbaren und unkomplizierten Sprache geschrieben und kommt gänzlich ohne das Ratgeber-typische Geschwafel aus. Sehr hilfreich beim Lesen des doch umfangreichen Buches sind sehr kurze und prägnante Zusammenfassungen der einzelnen Absätze am Seitenrand. So kann man manche Abschnitte schneller durcharbeiten, die subjektiv weniger Relevanz haben. Wenn man sich in bestimmten Phasen, z.B. der Akquisition, befindet, kann man sich das entsprechende Kapitel nochmal im Sinne eines Nachschlagewerks durchlesen und z.B. der Frage nachstellen, wie das eigene Profil noch weiter optimiert werden kann. Am Rande sei noch erwähnt, dass dieses Buch für wissenschaftliche Folgewerke in unserer Branche wichtige Grundlagen schafft, durch die klaren und eindeutigen Begriffsdefinitionen und Beschreibung der Entitäten. Eine klare Kaufempfehlung also für Einsteiger, alte Hasen und Wechselwillige: IT Freelancer: Ein Handbuch nicht nur für Einsteiger*

 

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